Steuern

Die Steueraufwendungen gliederten sich nach ihrer Herkunft wie folgt:

Steueraufwendungen nach Herkunft

 

 

2016

 

2017

 

 

 

davon Ertragsteuern

 

 

davon Ertragsteuern

 

 

in Mio. €

in Mio. €

 

in Mio. €

in Mio. €

Vorjahreswerte angepasst

Gezahlte bzw. geschuldete Steuern

 

 

 

 

 

 

Laufende Ertragsteuern

 

 

 

 

 

 

Deutschland

 

−864

 

 

−794

 

Übrige Länder

 

−725

 

 

−737

 

Sonstige Steuern

 

 

 

 

 

 

Deutschland

 

−80

 

 

−87

 

Übrige Länder

 

−137

 

 

−118

 

 

 

−1.806

−1.589

 

−1.736

−1.531

Latente Steuern

 

 

 

 

 

 

aus temporären Unterschieden

 

524

 

 

70

 

aus Verlust- und Zinsvorträgen sowie Steuergutschriften

 

48

 

 

132

 

 

 

572

572

 

202

202

Gesamt

 

−1.234

−1.017

 

−1.534

−1.329

Die sonstigen Steuern enthalten im Wesentlichen Steuern auf Grundstücke, Kraftfahrzeuge sowie andere indirekte Steuern. Die sonstigen Steuern werden in den jeweiligen Funktionskosten erfasst.

Die latenten Steuerabgrenzungen resultierten aus den folgenden Bilanzpositionen:

Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten

 

 

31.12.2016

 

31.12.2017

 

 

Aktive latente Steuern

Passive latente Steuern

 

Aktive latente Steuern

Passive latente Steuern

 

 

in Mio. €

in Mio. €

 

in Mio. €

in Mio. €

Immaterielle Vermögenswerte

 

1.478

1.766

 

799

1.469

Sachanlagen

 

264

692

 

79

323

Finanzielle Vermögenswerte

 

240

224

 

204

81

Vorräte

 

1.267

32

 

1.117

15

Forderungen

 

71

547

 

60

464

Sonstige Vermögenswerte

 

39

13

 

39

2

Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen

 

3.637

983

 

2.520

367

Andere Rückstellungen

 

1.083

112

 

610

64

Verbindlichkeiten

 

793

133

 

534

101

Verlust- und Zinsvorträge

 

473

 

486

Steuergutschriften

 

177

 

200

 

 

9.522

4.502

 

6.648

2.886

davon langfristig

 

7.868

3.662

 

5.194

2.214

Saldierung

 

−3.172

−3.172

 

−1.733

−1.733

Gesamt

 

6.350

1.330

 

4.915

1.153

Latente Steuern für erfolgsneutral erfasste Neubewertungen der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Pensionszusagen und anderen Leistungszusagen führten zu einem eigenkapitalreduzierenden Effekt in Höhe von –515 Mio. € (Vorjahr: eigenkapitalerhöhenden Effekt von 228 Mio. €). Erfolgsneutrale Veränderungen beizulegender Zeitwerte von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten sowie von zu Sicherungszwecken eingesetzten Derivaten hatten einen eigenkapitalerhöhenden Effekt aus latenten Steuern in Höhe von 56 Mio. € (Vorjahr: eigenkapitalreduzierenden Effekt von –24 Mio. €). Die genannten Eigenkapitaleffekte sind in der Gesamtergebnisrechnung enthalten.

Die Nutzung steuerlicher Verlustvorträge führte im Jahr 2017 zu einer Minderung der laufenden Ertragsteuern um 47 Mio. € (Vorjahr: 82 Mio. €). Durch die Berücksichtigung von Steuergutschriften konnten die laufenden Ertragsteuern um 16 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €) reduziert werden.

Von den gesamten Verlust- und Zinsvorträgen in Höhe von 6.443 Mio. €, davon Zinsvorträge 148 Mio. € (Vorjahr: 5.447 Mio. €, davon Zinsvorträge 118 Mio. €), können voraussichtlich Beträge von 2.890 Mio. €, davon Zinsvorträge 1 Mio. € (Vorjahr: 2.269 Mio. €, davon Zinsvorträge 0 Mio. €), innerhalb eines angemessenen Zeitraums genutzt werden. Der Anstieg der Verlust- und Zinsvorträge resultiert im Wesentlichen aus der aktuellen Geschäftsentwicklung in den USA und Brasilien. Auf die voraussichtlich nutzbaren Verlust- und Zinsvorträge wurden aktive latente Steuern in Höhe von 486 Mio. € (Vorjahr: 473 Mio. €) gebildet.

Für Verlust- und Zinsvorträge in Höhe von 3.553 Mio. €, davon Zinsvorträge 147 Mio. € (Vorjahr: 3.178 Mio. €, davon Zinsvorträge 118 Mio. €), bestanden gesetzliche oder wirtschaftliche Einschränkungen hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit. Deshalb wurden hierfür keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Wäre eine Nutzbarkeit der Verlust- und Zinsvorträge in voller Höhe möglich, hätten theoretisch aktive latente Steuern in Höhe von 351 Mio. € (Vorjahr: 294 Mio. €) angesetzt werden müssen.

Steuergutschriften in Höhe von 200 Mio. € (Vorjahr: 177 Mio. €) wurden als aktive latente Steuern ausgewiesen. Für Steuergutschriften in Höhe von 28 Mio. € (Vorjahr: 37 Mio. €) bestanden gesetzliche oder wirtschaftliche Einschränkungen hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit, weshalb hierfür keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden.

Die Verfallbarkeit der nicht nutzbaren Steuergutschriften, steuerlichen Verlust- sowie Zinsvorträge stellte sich wie folgt dar:

Verfallbarkeit nicht nutzbarer Steuergutschriften, steuerlicher Verlust- und Zinsvorträge

 

 

Steuergutschriften

 

Steuerliche Verlust- und Zinsvorträge

 

 

31.12.2016

31.12.2017

 

31.12.2016

31.12.2017

 

 

in Mio. €

in Mio. €

 

in Mio. €

in Mio. €

Innerhalb von einem Jahr

 

4

4

 

4

17

Innerhalb von zwei Jahren

 

 

1

15

Innerhalb von drei Jahren

 

4

 

31

114

Innerhalb von vier Jahren

 

1

 

132

28

Innerhalb von fünf Jahren

 

29

19

 

31

70

Später

 

4

 

2.979

3.309

Gesamt

 

37

28

 

3.178

3.553

Im Jahr 2017 bestanden in Tochtergesellschaften, die im abgelaufenen Jahr oder im Vorjahr Verluste erwirtschafteten, latente Steuerforderungsüberhänge aus temporären Differenzen und aus Verlustvorträgen in Höhe von 2.303 Mio. € (Vorjahr: 2.575 Mio. €). Diese wurden als werthaltig angesehen, da für diese Gesellschaften von zukünftigen steuerlichen Gewinnen ausgegangen wird.

Auf geplante Dividendenausschüttungen von Tochterunternehmen wurden im Berichtsjahr 22 Mio. € (Vorjahr: 41 Mio. €) passive latente Steuern angesetzt. Für Differenzen aus thesaurierten Ergebnissen von Tochterunternehmen in Höhe von 18.272 Mio. € (Vorjahr: 20.069 Mio. €) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen.

Der ausgewiesene Steueraufwand des Jahres 2017 von 1.329 Mio. € (Vorjahr: 1.017 Mio. €) wich um –246 Mio. € (Vorjahr: 135 Mio. €) von dem erwarteten Steueraufwand von 1.083 Mio. € (Vorjahr: 1.152 Mio. €) ab, der sich bei Anwendung eines gewichteten erwarteten Durchschnittssteuersatzes auf das Vorsteuerergebnis des Konzerns ergeben hätte. Dieser Durchschnittssatz wurde aus den erwarteten Steuersätzen der einzelnen Konzerngesellschaften ermittelt und lag 2017 bei 23,7 % (Vorjahr: 24,1 %). Der effektive Steuersatz betrug 29,0 % (Vorjahr: 21,3 %).

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem erwarteten und dem ausgewiesenen Steueraufwand sowie dem erwarteten und dem effektiven Steuersatz im Konzern stellten sich wie folgt dar:

Steuerüberleitungsrechnung

 

 

2016

 

2017

 

 

in Mio. €

in %

 

in Mio. €

in %

Vorjahreswerte angepasst

Erwarteter Steueraufwand und erwarteter Steuersatz

 

1.152

24,1

 

1.083

23,7

 

 

 

 

 

 

 

Steuerminderungen aufgrund steuerfreier Erträge

 

 

 

 

 

 

Mit dem operativen Geschäft verbundene Erträge

 

−127

−2,6

 

−135

−3,0

Beteiligungserträge und Veräußerungserlöse

 

−1

 

−16

−0,3

 

 

 

 

 

 

 

Erstmaliger Ansatz bisher nicht angesetzter aktiver latenter Steuern auf Verlust- und Zinsvorträge

 

−17

−0,4

 

−31

−0,7

Nutzung von Verlust- und Zinsvorträgen, auf die zuvor keine latenten Steuern gebildet worden sind

 

−2

 

−4

−0,1

 

 

 

 

 

 

 

Steuermehrungen aufgrund steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen

 

 

 

 

 

 

Mit dem operativen Geschäft verbundene Aufwendungen

 

142

3,0

 

168

3,7

Abschreibungen auf Beteiligungen

 

2

 

 

 

 

 

 

 

 

Voraussichtlich nicht nutzbare neue Verlust- und Zinsvorträge

 

43

0,9

 

69

1,5

Voraussichtlich nicht nutzbare bereits bestehende Verlust- und Zinsvorträge, auf die zuvor latente Steuern gebildet worden sind

 

6

0,1

 

1

 

 

 

 

 

 

 

Periodenfremde Steueraufwendungen (+) und -erträge (−)

 

−76

−1,6

 

−128

−2,8

Steuereffekt aus Steuersatzänderungen

 

−5

−0,1

 

384

8,4

Sonstige Steuereffekte

 

−100

−2,1

 

−62

−1,4

 

 

 

 

 

 

 

Ausgewiesener Steueraufwand und effektiver Steuersatz

 

1.017

21,3

 

1.329

29,0

Der ausgewiesene Steueraufwand enthält einen Einmaleffekt in Höhe von 455 Mio. €, der ausschließlich aus der am 22. Dezember 2017 verabschiedeten US-Steuerreform resultiert. Die Senkung der Körperschaftsteuer von 35 % auf 21 % zum 1. Januar 2018 führt zu einer Neubewertung aller latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten, die in Zusammenhang mit US-Gesellschaften stehen, wodurch für das Jahr 2017 ein latenter Steueraufwand aufgrund Steuersatzänderungen in Höhe von 409 Mio. € entsteht. Des Weiteren führt die zusätzliche Steuer auf nicht repatriierte Gewinne, die bisher nicht in den USA besteuert wurden, zu periodenfremden Steueraufwendungen in Höhe von 46 Mio. €.

Vergleich zum Vorjahr