Nachhaltiges Handeln: Sicherheit für Menschen und Umwelt

Sicherheit

Im Rahmen unserer Verantwortung für Sicherheit hat die Prävention von Unfällen und Ereignissen im Arbeitsalltag, beim Betrieb der Produktionsanlagen und auf Arbeits- und Transportwegen, bei denen Mensch und Umwelt zu Schaden kommen können, für Bayer höchste Priorität. Verantwortlichkeiten und Rahmenbedingungen sind in entsprechenden Richtlinien und Konzernregelungen definiert. Es gilt das oberste Prinzip: Safety First!

Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

Eine unserer Kernaufgaben ist die Arbeitssicherheit und der Schutz der Gesundheit unserer Mitarbeiter sowie der Mitarbeiter von Kontraktoren und Lieferanten, die auf unserem Werksgelände und unter Bayer-Aufsicht arbeiten. Dies beinhaltet die Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, die Beurteilung von Gefährdungspotenzialen, ein umfassendes Risikomanagement sowie die Gestaltung eines gesunden Arbeitsumfelds.

Konzernziel 2020:

Verringerung der Arbeitsunfallquote um 35 %

Grundlage unserer Berichterstattung zu Arbeitsunfällen ist die sogenannte Recordable Incident Rate (RIR). In diese fließen alle Arbeitsunfälle von Mitarbeitern ein, die Ursache für eine medizinische Behandlung sind und über Erste-Hilfe-Maßnahmen hinausgehen. Dies umfasst Unfälle und berufsbedingte Erkrankungen sowohl mit als auch ohne Ausfalltage. Die RIR-Quote stieg 2017 auf 0,45 Unfälle pro 200.000 Arbeitsstunden an, was weltweit 493 Arbeitsunfällen entspricht. Statistisch gesehen ereignete sich jeweils ein berichtspflichtiger Arbeitsunfall nach mehr als 440.000 geleisteten Arbeitsstunden. Ausschließlich berichtspflichtige Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen waren 302 der insgesamt 493 Arbeitsunfälle. Die entsprechende Quote Lost Time Recordable Incident Rate, LTRIR, stieg 2017 auf 0,28.

Online-Ergänzung: A 1.4.3.2-1

eingeschränkt geprüft

In beide Parameter (RIR und LTRIR) gehen auch arbeitsplatzbedingte Erkrankungen ein, unabhängig davon, ob es sich dabei um gelistete Berufskrankheiten (Occupational Diseases) in nationalen Registern handelt. Da es weltweit keine einheitlichen und in vielen Ländern keine Listen sogenannter Berufskrankheiten gibt, dokumentieren wir alle arbeitsplatzbedingten Erkrankungen (Occupational Illnesses), sofern diese ärztlich diagnostiziert und anerkannt wurden. Im Berichtszeitraum wurden konzernweit fünf neue Fälle arbeitsplatzbedingt verursachter Krankheiten gemeldet, die u. a. den Bewegungsapparat sowie lärmbedingte Hörstörungen betrafen.

Bayer unterzieht alle Arbeitsplätze flächendeckend und regelmäßig einer gesundheitsbezogenen Risikobewertung und Gefährdungsanalyse. Durch die daraus abgeleiteten Maßnahmen und gezielten Untersuchungen wollen wir arbeitsbedingten Krankheiten vorbeugen. Im Rahmen des Gesundheitsschutzes bieten wir unseren Mitarbeitern in allen Ländern, in denen dies gesetzlich zulässig ist, regelmäßige medizinische Untersuchungen, teils verpflichtend, an. Dabei legen wir den Schwerpunkt auf die Risiken am jeweiligen Arbeitsplatz. Es werden außerdem alle jeweiligen landesspezifischen Regelungen für Pflichtuntersuchungen erfüllt.

Erfreulicherweise ereigneten sich 2017 keine tödlichen Arbeitsunfälle.

Berichtspflichtige Arbeitsunfälle

 

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

2017

Werte der Vorjahre angepasst

1

RIR = Recordable Incident Rate

2

LTRIR = Lost Time Recordable Incident Rate

3

Mitarbeiter beauftragter Drittfirmen, deren Unfall sich auf unseren Werksgeländen und unter Bayer-Aufsicht ereignet hat

Quote berichtspflichtiger Arbeitsunfälle (RIR1)

 

0,49

 

0,44

 

0,43

 

0,40

 

0,45

Quote berichtspflichtiger Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen (LTRIR2)

 

0,26

 

0,23

 

0,21

 

0,23

 

0,28

Tödliche Arbeitsunfälle (gesamt)

 

2

 

4

 

2

 

4

 

0

Davon Bayer-Mitarbeiter

 

1

 

3

 

2

 

2

 

0

Davon Kontraktoren-Mitarbeiter3

 

1

 

1

 

0

 

2

 

0

Online-Ergänzung: A 1.4.3.2-2

eingeschränkt geprüft
Berichtspflichtige Arbeitsunfälle (RIR) nach Regionen

 

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

2017

Werte der Vorjahre angepasst

Europa / Nahost / Afrika

 

0,65

 

0,54

 

0,55

 

0,49

 

0,54

Nordamerika

 

0,56

 

0,79

 

0,67

 

0,69

 

0,70

Asien / Pazifik

 

0,21

 

0,13

 

0,12

 

0,14

 

0,17

Lateinamerika

 

0,48

 

0,45

 

0,49

 

0,38

 

0,54

Gesamt

 

0,49

 

0,44

 

0,43

 

0,40

 

0,45

Wie in den Vorjahren verzeichneten wir auch 2017 kaum Unfälle (weniger als 5 %) mit Chemikalienkontakt. Ein erheblicher Teil der Unfälle und Verletzungen unserer Mitarbeiter hat verhaltensbedingte Ursachen. Diese Herausforderung greift unsere Initiative „Behavioral Safety“ zur Förderung sicherheitsbewussten Verhaltens mit entsprechenden Trainingsprogrammen auf. Fast 8.500 Mitarbeiter wurden seit 2015 weltweit an 120 Standorten ausgebildet. In Bereichen, in denen das Programm bereits implementiert ist, kam es zu signifikanten Verhaltensverbesserungen, sodass mittelfristig konzernweit mit einer Senkung der Arbeitsunfallquote zu rechnen ist.

Verfahrens- und Anlagensicherheit

Unser Ziel ist es, unsere Verfahren und Produktionsanlagen so sicher zu gestalten und zu betreiben, dass keine unvertretbaren Risiken für die Beschäftigten, die Umwelt und die Nachbarschaft entstehen. Daher arbeitet Bayer kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Sicherheitskultur, der Kompetenz der Mitarbeiter und den weltweit gültigen Konzernregelungen zur Verfahrens- und Anlagensicherheit. Diese schreiben einheitliche Verfahren und Standards für die Gefahrenidentifikation und das Festlegen von Sicherheitsmaßnahmen vor und gewährleisten damit an allen Produktionsstandorten ein gleiches Sicherheitsniveau. Die Einhaltung interner und externer Sicherheitsvorgaben wird in internen Audits von einem Team aus Anlagensicherheitsexperten überprüft.

Bayer verfügt über ein zentrales Kompetenzzentrum für Verfahrens- und Anlagensicherheit in Deutschland sowie regionale Zentren in Asien und Nord-, Mittel- und Südamerika, die Sicherheitsfachleute aller Produktionsstandorte vernetzen. Als wesentliche Maßnahme zur weiteren Standardisierung hat das zentrale Kompetenzzentrum ein global gültiges Qualifikations- und Zertifizierungsprogramm für Sicherheitsfachleute eingeführt.

Online-Ergänzung: A 1.4.3.2‑3

eingeschränkt geprüft

Für alle Bayer-Mitarbeiter, die die Verfahrens- und Anlagensicherheit in Produktions- und Nebenanlagen beeinflussen können, ist die Teilnahme an unserem Schulungsprogramm TOPPS (Top Performance in Process and Plant Safety) verpflichtend und wird im Bayer-Trainingssystem dokumentiert. Die TOPPS-Schulungsunterlagen liegen für Präsenzschulungen sowie für webbasierte Trainings in mehreren Sprachen vor.

Als Frühindikator für Anlagensicherheitsereignisse wird bei Bayer die weltweit einheitliche Kennzahl Loss of Primary Containment (LoPC-Stofffreisetzung / Leckagen) verwendet, die in das konzernweite Sicherheits-Berichtswesen integriert ist. Unter LoPC-Ereignissen versteht man den Austritt von chemischen Substanzen oder Energie oberhalb definierter Schwellenwerte aus ihrer ersten Umhüllung, wie Rohrleitungen, Pumpen, Tanks oder Fässern. Die LoPC-Incident-Rate (LoPC-IR) stellt die Anzahl der LoPC-Ereignisse bezogen auf 200.000 Arbeitsstunden dar. Diese lag 2017 bei 0,13 (Vorjahr 0,17). Bayer berichtet diese Kennzahl nach den Vorgaben des europäischen Chemieverbands (CEFIC), die für ganz Europa einheitlich gelten.

Konzernziel 2020:

Verringerung der Ereignisse im Bereich Verfahrens- und Anlagensicherheit um 30 %

Online-Ergänzung: A 1.4.3.2-4

eingeschränkt geprüft

Jedes gemeldete LoPC-Ereignis wird hinsichtlich seiner Ursachen analysiert und konzernweit publiziert. Die Meldeschwelle wurde bewusst niedrig gesetzt, damit auch solche Stoff- und Energiefreisetzungen systematisch erfasst und berichtet werden, die keine Auswirkungen auf Mitarbeiter, Nachbarn oder die Umwelt haben. Dieser Ansatz unterstützt unseren Anspruch, die Anlagenintegrität zu erhalten.

Quote der Anlagensicherheits-Ereignisse (LoPC-IR)

 

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

2017

Werte der Vorjahre angepasst

1

Anzahl der LoPC-Ereignisse bezogen auf 200.000 Arbeitsstunden

Loss of Primary Containment Incident Rate (LoPC-IR)1

 

0,16

 

0,13

 

0,11

 

0,17

 

0,13

Transportsicherheit

Die Transportsicherheit spielt eine große Rolle, sowohl für den Transport unserer Produkte im öffentlichen Verkehrsraum als auch beim Be- und Entladen, der Klassifizierung, Kennzeichnung und Verpackung, insbesondere von Gefahrgütern. Mit der Umsetzung einer speziellen Konzernrichtlinie stellen wir sicher, dass alle Materialien entsprechend den einzuhaltenden Vorschriften und ihrem jeweiligen Gefährdungspotenzial gehandhabt und befördert werden. Im Rahmen unserer freiwilligen „Responsible Care™“-Aktivitäten werden auch für Nicht-Gefahrgüter Transportsicherheitsanweisungen erstellt und weltweit Transportsicherheits-Audits durchgeführt. Zusätzlich zu gesetzlich geforderten Schulungen nutzen wir spezielle elektronische Trainings zur Vermittlung von fachspezifischem Wissen, die auch Dienstleistern offen stehen. Die Transport- und Lagersicherheit sind Teil des HSE-Managements und werden von einem Netzwerk aus Experten und praxiserfahrenen Anwendern geführt, die divisions- und regionsübergreifend kooperieren. Details sind in den Konzernregelungen „Transportsicherheit“ und „Gesundheits-, Sicherheits-, Umweltschutz- und Qualitäts( HSEQ (Health, Safety, Environment, Quality) Englische Abkürzung für Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität. )-Audits“ festgelegt. Zugrundeliegende Standards sind neben Bayer-internen Vorgaben die internationalen Regelwerke der WHO bzw. von Crop Life International.

Anzahl der Transportereignisse

Anzahl der Transportereignisse (Balkendiagramm)

Im Berichtsjahr wurde die Datenerhebung zu den Lieferungen auf alle Segmente erweitert. Insgesamt wurden 2017 fast sechs Millionen Lieferungen transportiert. Trotz unserer vorbeugenden und umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen und -trainings kann es aufgrund von Restrisiken dabei zu Transportereignissen kommen. Dazu zählen wir bei Bayer Unfälle mit Personen- oder erheblichem Sachschaden, die Beeinträchtigung der Umwelt durch frei werdende Stoffe oder den Austritt gefährlicher Güter, die nach festgelegten Kriterien detailliert aufgenommen und bewertet werden. Alle neun Transportereignisse im Berichtsjahr sind auf Unfälle beim Straßentransport zurückzuführen. Bei zwei der Transportereignisse handelt es sich gleichzeitig um Umweltereignisse.

Online-Ergänzung: A 1.4.3.2-5

eingeschränkt geprüft
Transportereignisse nach Transportmitteln

 

 

2013

 

2014

 

2015

 

2016

 

2017

Werte der Vorjahre angepasst

Straße

 

2

 

0

 

0

 

5

 

9

Schiene

 

0

 

0

 

0

 

0

 

0

Seeschiff

 

1

 

0

 

0

 

0

 

0

Gesamt

 

3

 

0

 

0

 

5

 

9

Die Tabelle zeigt eine Übersicht der Transport- und Umweltereignisse des Berichtsjahres.

Transport- und Umweltereignisse 20171

Transport
Umwelt
Personen­schaden

Crop Science, Hofu, Japan, 06.02.2017
Bei vereister Fahrbahn kollidierte ein LKW mit mehreren anderen Fahrzeugen. Es kam zu keinem Materialaustritt.

X

Nein

Crop Science, Monheim, Deutschland, 13.02.2017
Beim Transport eines Bayer-Produkts kam der LKW von der Straße ab, wobei der Fahrer leicht verletzt wurde. Es kam zu keinem Materialaustritt.

X

Ja

Crop Science, Belford Roxo, Brasilien, 18.02.2017
Bei einem Unfall wurde ein LKW mit Bayer-Produkt von einem Benzinlaster gerammt. Dadurch fingen alle involvierten Fahrzeuge Feuer. Das ausgetretene Produkt wurde aufgenommen und fachgerecht entsorgt.

X

Nein

Crop Science, Mereville, Frankreich, 23.08.2017
Ein LKW fing während der Fahrt Feuer. Das im Anhänger befindliche Produkt trat aus, konnte aber aufgenommen und fachgerecht entsorgt werden. Es kam zu keiner Beeinträchtigung der Umwelt.

X

Nein

Crop Science, Belford Roxo, Brasilien, 16.09.2017
Während eines Transports verlor ein LKW einen Teil der Ladung. Das Produkt wurde aufgenommen und fachgerecht entsorgt.

X

Nein

Crop Science, Belford Roxo, Brasilien, 06.11.2017
Ein LKW prallte frontal mit einem überholenden PKW zusammen. Der Fahrer des PKW verstarb. Der LKW-Fahrer wurde nicht verletzt. Der wesentliche Teil der flüssigen Bayer-Ladung wurde abgepumpt, ein Teil verbrannte und das restliche ausgetretene Produkt wurde aufgenommen und fachgerecht entsorgt.

X

X

Ja

Crop Science, Yuki, Japan, 14.11.2017
Beim Transport auf einem Bayer-Gelände wurde ein von der Entsorgungsfirma fehlerhaft gesicherter Intermediate Bulk Container (IBC), der mit Bayer-Abwasser gefüllt war, aufgerissen und lief aus. Ein Großteil des Abwassers konnte aufgenommen und fachgerecht entsorgt werden.

X

Nein

Crop Science, Belford Roxo, Brasilien, 17.11.2017
Der Fahrer eines LKW verlor die Kontrolle über das Fahrzeug, das dabei Feuer fing. Die Ladung brannte teilweise aus, der Rest des Produkts gelangte ins Erdreich. Der kontaminierte Boden wurde abgetragen und fachgerecht beseitigt.

X

X

Nein

Crop Science, Belford Roxo, Brasilien, 07.12.2017
Der Fahrer eines LKW verlor die Kontrolle über das Fahrzeug. Bei dem Unfall trat das Produkt aus, das größtenteils aufgenommen und fachgerecht entsorgt wurde. Es kam zu keiner Beeinträchtigung der Umwelt.

X

Nein

1 Bayer erfasst generell jeden Personenschaden (auch Dritter), der uns im Zusammenhang mit unserer Geschäftstätigkeit gemeldet wird. Eine Differenz zwischen der Anzahl der Todesfälle in der Tabelle „Berichtspflichtige Arbeitsunfälle“ und dieser Tabelle kann sich dadurch ergeben, dass wir bei den Arbeitsunfällen definitionsgemäß ausschließlich Todesfälle von Bayer-Mitarbeitern und Kontraktoren-Mitarbeitern angeben, die unter unmittelbarer Bayer-Aufsicht standen.

Vergleich zum Vorjahr