Finanzlage und Investi­tionen Bayer-Konzern

Kapitalflussrechnung Bayer-Konzern (Kurzfassung)

 

 

2016

 

2017

 

Veränderung

 

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in %

Vorjahreswerte angepasst

Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit aus fortzuführendem Geschäft

 

6.435

 

6.611

 

2,7

Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit aus nicht fortgeführtem Geschäft

 

2.654

 

1.523

 

−42,6

Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit (Gesamt)

 

9.089

 

8.134

 

−10,5

Cashflows aus investiver Tätigkeit (Gesamt)

 

−8.729

 

−432

 

95,1

Cashflows aus Finanzierungstätigkeit (Gesamt)

 

−350

 

−1.881

 

.

Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit

 

10

 

5.821

 

.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenanfang

 

1.859

 

1.899

 

2,2

Veränderung aus Wechselkurs- / Konzernkreisänderungen

 

30

 

−139

 

.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenende

 

1.899

 

7.581

 

.

Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit

Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit

(Fortzuführendes Geschäft)
in Mio. €

Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Fortzuführendes Geschäft) (Balkendiagramm)

Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit aus Fortzuführendes Geschäft Im Gegensatz zum nicht fortgeführten Geschäft werden bei der Umsatz- und Gewinnausweisung aus fortzuführendem Geschäft nur diejenigen Geschäftstätigkeiten einbezogen, die auch künftig zu den operativen Geschäften gezählt werden können. erhöhte sich dank eines verbesserten EBIT und einer verringerten Mittelbindung im Working Capital Unter Working Capital wird die Differenz zwischen kurzfristigem Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten verstanden. Es wird berechnet durch den Abzug der kurzfristigen Verbindlichkeiten vom Umlaufvermögen (exklusive liquider Mittel). Die Veränderung des Working Capital wird in der Kapitalflussrechnung zur Beurteilung der Finanzlage des Unternehmens herangezogen. Ziel des Working-Capital-Managements ist eine geringere Kapitalbindung durch die Minimierung der „Finanzierungslücke“, die durch den Zeitraum zwischen Geldausgang (= Zahlung der benötigten Rohstoffe) und Geldeingang für das Fertigprodukt entsteht. um 2,7 % auf 6.611 Mio. €. Hierin enthalten war der operative Anteil der von DOW Chemical erhaltenen Zahlungen im Rahmen eines Patentrechtsstreits. Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit (gesamt) sank dagegen um 10,5 % auf 8.134 Mio. €, weil im Vorjahr der Zufluss aus dem Verkauf des Diabetes-Care-Geschäfts enthalten war.

Abfluss aus investiver Tätigkeit

Im Rahmen der investiven Tätigkeit flossen im Jahr 2017 insgesamt 432 Mio. € ab. Die Ausgaben für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sanken um 8,2 % auf 2.366 Mio. € (Vorjahr: 2.578 Mio. €). Davon entfielen auf Pharmaceuticals 915 Mio. € (Vorjahr: 835 Mio. €), auf Consumer Health 178 Mio. € (Vorjahr: 215 Mio. €), auf Crop Science 553 Mio. € (Vorjahr: 757 Mio. €), auf Animal Health 38 Mio. € (Vorjahr: 37 Mio. €) und auf Covestro 283 Mio. € (Vorjahr: 415 Mio. €). Aus Desinvestitionen flossen 453 Mio. € zu. Darin enthalten ist der Erlös aus dem Verkauf von Covestro-Aktien zum 29. September 2017 in Höhe von 999 Mio. €, der zusammen mit dem abgeschlossenen Entherrschungsvertrag zum Verlust der faktischen Kontrolle führte, gekürzt um den abgehenden Kassenbestand von Covestro in Höhe von 637 Mio. €. Die Ausgaben für Akquisitionen in Höhe von 158 Mio. € betrafen den Erwerb des Cydectin™-Produktportfolios in den USA im Segment Animal Health. Aus kurz- und langfristigen finanziellen Vermögenswerten flossen im Saldo 1.230 Mio. € zu (Vorjahr: Abfluss in Höhe von 6.335 Mio. €).

Zu- / Abfluss aus Finanzierungstätigkeit

Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit verzeichneten wir im Jahr 2017 Mittelabflüsse in Höhe von 1.881 Mio. €, darunter Netto-Kreditrückzahlungen in Höhe von 2.479 Mio. € (Vorjahr: 730 Mio. €). Die Netto-Zinsausgaben sanken um 7,8 % auf 732 Mio. € (Vorjahr: 794 Mio. €). Die Auszahlungen für Dividenden lagen bei 2.364 Mio. € (Vorjahr: 2.126 Mio. €).

Aus dem Verkauf von Covestro-Aktien vor dem faktischen Kontrollverlust flossen netto 3.717 Mio. € zu. Im Vorjahr waren aus der Pflichtwandelanleihe netto 3.952 Mio. € zugeflossen, wobei 3.300 Mio. € als Kapitaleinzahlung und 652 Mio. € als Kreditaufnahme erfasst wurden.

Flüssige Mittel und Nettofinanzverschuldung

Nettofinanzverschuldung1

 

 

31.12.2016

 

31.12.2017

 

Veränderung

 

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in %

1

Zur Definition siehe Kapitel „Alternative Leistungskennzahlen des Bayer-Konzerns“

2

Nach IFRS Fremdkapital

3

Darin enthalten sind Marktwerte aus der Zins- und Währungssicherung bilanzieller Risiken.

4

Darin enthalten sind kurzfristige Ausleihungen und Forderungen gegenüber Banken und anderen Unternehmen mit einer Laufzeit > 3 Monate und ≤ 12 Monate sowie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, die beim erstmaligen Ansatz als kurzfristig ausgewiesen werden.

Anleihen / Schuldscheindarlehen

 

15.991

 

12.436

 

−22,2

davon Hybridanleihen2

 

4.529

 

4.533

 

0,1

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

 

1.837

 

534

 

−70,9

Leasingverbindlichkeiten

 

436

 

238

 

−45,4

Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten3

 

587

 

240

 

−59,1

Sonstige Finanzverbindlichkeiten

 

730

 

970

 

32,9

Forderungen aus derivativen Finanzinstrumenten3

 

−313

 

−244

 

−22,0

Finanzverschuldung

 

19.268

 

14.174

 

−26,4

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

 

−1.899

 

−7.581

 

.

Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte4

 

−5.591

 

−2.998

 

−46,4

Nettofinanzverschuldung

 

11.778

 

3.595

 

−69,5

Im Geschäftsjahr 2017 verringerte sich die Nettofinanzverschuldung des Bayer-Konzerns um 8.183 Mio. €, im Wesentlichen durch Mittelzuflüsse aus der operativen Geschäftstätigkeit und Einnahmen aus der Veräußerung von Covestro-Aktien. Eine weitere Reduktion der Nettofinanzverschuldung resultierte aus der Ausbuchung von Finanzverbindlichkeiten bzw. finanziellen Vermögenswerten, die im Zuge der Entkonsolidierung von Covestro stattgefunden hat.

In der Finanzverschuldung sind drei nachrangige Hybridanleihe ist eine Unternehmensanleihe mit eigenkapitalähnlichen Eigenschaften und mit meist keiner oder sehr langer Laufzeit, die durch ihre Nachrangigkeit im Insolvenzfall des Emittenten eine niedrigere Rückzahlungswahrscheinlichkeit als eine gewöhnliche Anleihe hat. mit insgesamt 4.533 Mio. € enthalten, die von Moody’s und von S&P Global Ratings zu 50 % als Eigenkapital bewertet werden. Verglichen mit vorrangigem Fremdkapital werden die ratingspezifischen Verschuldungskennziffern des Konzerns daher mit den Hybridanleihen entlastet.

Die Bayer Holding Ltd., Japan, hat im Mai 2017 zwei Anleihen von jeweils 10 Mrd. JPY begeben. Darüber hinaus hat die Bayer AG im Juni 2017 Schuldverschreibungen (Umtauschanleihe) im Nominalvolumen von 1,0 Mrd. € mit Fälligkeit im Jahr 2020 ausgegeben. Diese können in Geld, Covestro-Aktien oder einer Kombination aus beidem zurückgezahlt werden. Die jährliche Verzinsung beträgt 0,05 %. Im Geschäftsverlauf 2017 wurden fünf Anleihen in Höhe von insgesamt ca. 2 Mrd. € planmäßig getilgt. Eine Anleihe mit einem Nominalvolumen von 750 Mio. € und Fälligkeit im Jahr 2018 wurde im Oktober 2017 vorzeitig zurückgezahlt.

Der Rückgang bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultierte im Wesentlichen aus der vorzeitigen Rückzahlung eines Bankdarlehens in Höhe von 900 Mio. USD, das im Rahmen der Merck- OTC (Over the Counter) bezeichnet das Geschäft mit verschreibungsfreien Produkten. -Finanzierung aufgenommen wurde.

Die sonstigen Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2017 enthielten 525 Mio. €, die auf die im November 2016 begebene Pflichtwandelanleihe entfielen, sowie Commercial Paper in Höhe von 292 Mio. €.

Vergleich zum Vorjahr